Manipulationssicher behandeln (Klartext 03.01.2003)

In neun Monaten soll es vollbracht sein. Dann müssen alle niedergelassenen Ärzte, die mobile Lesegeräte für Krankenversichertenkarten verwenden, Modelle der neuen Generation benutzen. Warum die KBV die Umrüstung propagiert, erläutert Ines Körver.

„Lassen Sie uns gemeinsam den Krankenkassen den Wind aus den Segeln nehmen, indem Sie mit manipulationssicherer Technik arbeiten.“ Diese Worte richtete Ende vergangenen Jahres der Erste Vorsitzende der KBV an alle niedergelassenen Ärzte. Dr. Manfred Richter-Reichhelm forderte seine Kollegen auf, in den kommenden Monaten ihre alten mobilen Lesegeräte für Krankenversichertenkarten gegen moderne Geräte auszutauschen. Seine Begründung: Die Krankenkassen behaupteten immer wieder, den Ärzten sei es heutzutage ein Leichtes, Patientendaten zu fälschen. Deswegen müssten die Doktoren Zeichen setzen.

Um Manipulationen vorzubeugen, hat die KBV die Spezifikationen für von ihr akzeptierte Lesegeräte geändert und in einer Protokollnotiz zum Bundesmantelvertrag-Ärzte mit den Krankenkassen abgestimmt. Die neue Geräte-Generation soll eine Reihe von Anforderungen erfüllen, beispielsweise das aktuelle Datum beim Einlesen der Patientendaten speichern. Außerdem hat sie zu verhindern, dass ein Standgerät sie fälschlicherweise für eine Krankenversichertenkarte hält und so unter Umständen einen neuen Krankheitsfall kreiert. Darüber hinaus sollen Geräte der neuen Generation ihre Daten automatisch löschen, nachdem sie sie an das Praxisverwaltungssystem übertragen haben. Den Preis für die neuen Modelle hat die KBV auf durchschnittlich 99 Euro drücken können. Ursprünglich hatten einige Hersteller mehrere hundert Euro pro Stück verlangt.

Verärgert zeigte sich Richter-Reichhelm darüber, dass die Krankenkassen immer wieder den Anschein erwecken, als gingen Manipulationen zu ihren Lasten: „Tatsache ist: Wenn ein Arzt mehr abrechnet als ihm zusteht, fasst er damit seinen Kollegen in die Kitteltasche und nicht den Krankenkassen. Die Höhe der Gesamthonorare steht im Vorhinein fest. Wenn ein Arzt mehr Geld bekommt, erhalten die anderen automatisch weniger. Deswegen liegt uns auch so viel daran, die ehrlich abrechnenden Ärzte zu schützen. Schließlich müssen die sonst doppelt leiden: unter niedrigeren Honoraren und unverantwortlichen Pauschalvorwürfen der Krankenkassen.“

Vom 1. Januar bis 30. September 2003 ist es den Kassenärzten erlaubt, weiterhin mit den bisherigen mobilen Lesegeräten zu arbeiten. Ab dem 1. Oktober 2003 dürfen sie nur noch Modelle der neuen Generation benutzen